Die spannende Geschichte der Hypnose

Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Hypnose und verstehen Sie dadurch die Zusammenhänge besser. Die Hypnosetherapie ist zunehmend gefragt und wird von einer steigenden Zahl von Ärzten und Psychologen als das anerkannt was sie ist, nämlich eine effiziente Kurzzeittherapie. Hypnose als eigenständige Therapie ist heute von mehreren einflussreichen wissenschaftlichen Institutionen anerkannt:

  • 1955 erkannte die Britische Ärztegesellschaft die Hypnose als wissenschaftliche Therapie an
  • 1958 folgte die Amerikanische Ärztegesellschaft. Seither ist jede medizinische Fakultät in den USA verpflichtet, Hypnoseseminare anzubieten
  • 2006 wurde die Hypnotherapie in Deutschland vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als wissenschaftliche Methode anerkannt

Diese Anerkennung war in der Vergangenheit keinesfalls selbstverständlich und bis dahin war es ein weiter Weg. Für angehende Hypnose-Therapeuten lohnt sich die Beschäftigung mit der Geschichte der Hypnose. Halten sich doch viele Missverständnisse und Vorurteile in Bezug auf die Hypnosetherapie bis heute hartnäckig. Für ein besseres Verständnis des Stellenwerts der Hypnose ist das Wissen um ihre Geschichte unverzichtbar. Dabei reicht diese Geschichte zurück bis in die Antike.

Tempelschlaf in der Antike

Im antiken Griechenland henland diente der Tempelschlaf neben der Heilung auch hellseherischen Zwecken. In den speziellen Gewölben, in denen sich die Pilger zum Schlaf niederlegten, hörten sie die Stimme der Götter. Diese Stimmen waren in Wahrheit Induktionen der Priester, die den Göttern über verborgene Schalltrichter ihre Stimme liehen. Dieser Asklepios-Kult wurde seit 2000 vor Christus gepflegt und wurde von den Römern später als Äskulap-Kult übernommen. Der Äskulap-Stab gilt bis heute als Symbol des ärztlichen und pharmazeutischen Berufsstandes. Wie aus alten Inschriften hervorgeht, wurden auf diese Art so unterschiedliche Zustände wie Kinderlosigkeit, Blindheit, Glatzenbildung, Handlähmung und Hautmale geheilt.

Aus Ägypten ist das ca. 1500 vor Christus entstandene Papyrus Ebers als wichtigstes Dokument der Medizin der Antike bekannt. Hier werden neben vielen anderen Themen auch hypnotische Induktionstexte beschrieben. Der Tempelschlaf ist aus Ägypten als Isis-Kult überliefert. Von Priestern wurden die Kranken in einen mehrere Tage dauernden Heilschlaf versetzt. Im Traum erschien ihnen die Göttin Isis, die ihnen Wege beschrieb, wieder gesund zu werden.

Das Mittelalter

Für die Zeit des Früh- und Hochmittelalters ist über Hypnose nur wenig überliefert. Wahrscheinlich wurden Schriften über die Hypnose sogar verbrannt. Denn für die „heilige Inquisition“ galt jede erfolgreiche Heilmethode als Teufelswerk. Von Paracelsus (1493-1541), dessen richtiger Name Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim lautete, ist bekannt, dass er um die positive Wirkung von Suggestionen wusste. So beschrieb der berühmte Arzt aus Einsiedeln in der Schweiz die von Mönchen praktizierte Fixierung einer Kristallkugel und den daraufhin eintretenden Schlaf. In diesem Zustand führten Suggestionen zum Erfolg. Paracelsus empfahl die Anwendung der Hypnose besonders bei Nervenerkrankungen.

Die Wiederentdeckung der Hypnose im Zeitalter der Aufklärung

Mit dem aufstrebenden Bürgertum gewann die Hypnose zunehmend Anhänger in der Bevölkerung. Dabei ging die Verbreitung der Hypnose sowohl von Priestern wie auch von Ärzten aus. Einige der bekanntesten Vertreter der frühen Hypnoseanwendung waren:

Joseph Gassner (1727 – 1779)

Joseph Gassner, ein Landpfarrer in einem kleinen Dorf in der Ostschweiz, war der festen Überzeugung, dass Krankheiten ein Werk des Teufels seien. Dies galt auch für seine eigenen häufigen Schwindel- und Kopfschmerzattacken. Für sich selbst begann er mit Exorzismusritualen, mit denen er dem Einfluss des Teufels begegnete. Sein Erfolg animierte ihn, diese Riten auch bei anderen Menschen anzuwenden. Dabei war der starke, bedingungslose Glaube des Patienten für ihn eine unverzichtbare Voraussetzung für die Heilung. Die Beschreibungen seiner Heilungen erinnern an die Showhypnose unserer Zeit. Seine hohen Ansprüche an den Glauben der Patienten verbunden mit deren hoher Erwartungshaltung machten es schwierig, den Erfolg seiner Behandlungen nachzuweisen. Obwohl er ein gefragter Heiler war, wurde der Erfolg seiner Therapie häufig in Zweifel gezogen. So ist es durchaus vorstellbar, dass seine Patienten die Heilung bloss bestätigten, um nicht öffentlich für ihren schwachen Glauben gerügt zu werden oder den Spott ihrer Umgebung ertragen zu müssen.

Pater Maximilian Hell (1720-1792)

Jesuitenpater Maximilian Hell war kein Mediziner, sondern Astronom. Im Jahr 1755 wurde er zum Direktor der Universitätssternwarte in Wien berufen. 1769 reiste er auf Einladung des dänischen Königs nach Norwegen, um den seltenen Venusdurchgang zu beobachten. Die Beschäftigung mit dem Magnetismus lag zu dieser Zeit im Trend und Stahlmagnete waren gerade in England erfunden worden. Hell glaubte, dass in jedem Körper ein Magnetfeld existiere und Stahlmagnete Schmerzen lindern könnten. So legte er Patienten Stahlmagnete auf schmerzende Körperstellen.

Franz Anton Mesmer (1734 – 1815)

Franz Anton Mesmer ist der Begründer des animalischen Magnetismus, der auch unter dem Begriff Mesmerismus bekannt wurde. Dabei verwendete er den Begriff „animalisch“ als Abgrenzung zum kosmischen Magnetismus. Ausgehend vom lateinischen Begriff „animus“, übersetzt mit „Geist“ oder „Herz“, verstand er hierunter die Kraft, die allen atmenden Lebewesen, also Menschen und Tieren, gegeben ist. Er war überzeugt, dass Magnete mit ihren natürlichen Strahlen eine heilsame Wirkung auf Menschen und Tiere haben. Unter „Fluidum“ verstand Mesmer ein unsichtbares Lebensfeuer, das im Organismus zirkuliere. Eine Störung dieser Zirkulation galt für ihn als Ursache aller Krankheiten und liess sich durch eine heilsame Krise lösen. Seine Heilmethoden hatten zum Ziel, eine solche Krise zu provozieren.

Trotz zahlreicher Kritiker arbeitete Mesmer in Wien sehr erfolgreich und er genoss hohe gesellschaftliche Anerkennung. Sein idyllisches Leben wurde gestört, als man ihm einen Skandal im Zusammenhang mit der Heilung einer jungen blinden Frau anhängen wollte. Sie hiess Maria Theresa Paradis und war die Tochter des Privatsekretärs der Kaiserin Maria Theresia. Eine kaiserliche Kommission kam 1777 zu der Feststellung, dass seine Heilmethode Betrug sei. Mesmer zog daraufhin nach Paris, wo er eine „magnetische Praxis“ eröffnete, die sehr erfolgreich war und von vielen Menschen aufgesucht wurde. Wegen des grossen Besucherstroms griff er zu unkonventionellen Methoden und füllte einen Holzzuber mit Wasser, Eisenspänen und Glassplittern. Der Magnetismus, der von Mesmer in den Zuber übertragen wurde, sollte seine Patienten heilen. Nach heutigem Verständnis haben die suggestiven Worte von Mesmer und die Bereitschaft seiner überwiegend hysterischen Klientinnen, die an den „Wunderheiler“ Mesmer glaubten, eine wichtige Rolle gespielt.

Der französische König Ludwig XVI. setzte im März 1780 eine Kommission ein, die Mesmers Heilungen untersuchen sollte. Die Kommission befand, dass die magnetischen Phänomene auf Einbildung beruhten, wobei sie nicht an Mesmers Heilerfolgen zweifelten. Trotzdem begann sich Mesmers Einfluss auszudehnen. In verschiedenen französischen Städten wurden „Harmonies“ gegründet, die Mesmers Methoden anpriesen. Die Französische Revolution setzte Mesmers Praxis in Paris ein Ende. Mesmer zog wieder an den heimischen Bodensee. Unterstützt durch eine Rente des französischen Staates, lebte er das ruhige Leben eines Pensionierten, bis er im Alter von 75 Jahren von einem Schweizer Arzt namens Zugenbühl wiederentdeckt wurde. Eine magnetische Klinik in Berlin bot ihm eine Stelle als Direktor an. Wegen seines hohen Alters verzichtete Mesmer jedoch darauf. Er starb am 5. März 1815 in Meersburg am Bodensee.

Ein neues Verständnis von Hypnose an der Schwelle zum 19. Jahrhundert

Marquis de Puységur (1751 – 1825)

Marquis de Puységur war ein französischer Adliger und Schüler Mesmers. Das Fluidum war für ihn weniger bedeutend als der psychologische Aspekt der Hypnose. Wesentlich für den Erfolg der Behandlung war der Rapport zwischen Behandler und Patient. Auch er benutzte einen Holzzuber, der mit Wasser, Eisenspänen und Glassplittern gefüllt war. Während es in Mesmers Praxis wegen der sogenannten magnetischen Krise, die von dramatischen Schüttelkrämpfen und lauten Schreien begleitet wurde, eher laut zuging, stand bei Marquis de Puységur die „stille Krise“ oder der „magnetische Schlaf“ im Vordergrund. Puységur beschrieb die posthypnotische Amnesie und erkannte zuerst die Wirkung posthypnotischer Aufträge. Er prägte den Begriff des „künstlichen Somnambulismus“, also des hypnotischen Schlafes.

Philippe François Deleuze (1753-1835)

Philippe François Deleuze, ein französischer Naturforscher und Jünger Puységurs, arbeitete als Bibiothekar am Museum für Naturgeschichte in Paris. Er gilt als Entdecker der posthypnotischen Suggestion und verfasste eigene Schriften über den animalischen Magnetismus.

José Custodio de Faria (1755-1819)

José Custodio de Faria, genannt Abbé Faria, war ein portugiesischer Wanderpriester und Hypnotiseur. Geboren in Portugiesisch-Indien liess er Elemente der indischen Mythologie in seine Arbeit einfliessen. Er entdeckte, dass Mesmerismus vom Charakter der hypnotisierten Person und vor allem von ihrem Willen zur Zusammenarbeit abhing. Er erkannte als Erster eine Verbindung zwischen Hypnose und Suggestion und arbeitete mit posthypnotischen Suggestionen.

John Elliotson (1791-1868)

John Elliotson war Chirurgie-Professor am University College of London und ist Erfinder des Stethoskops. Er begann Mesmerismus im Zusammenhang mit Schmerzkontrolle zu studieren und führte auch magnetische Behandlungen durch. Dies führte zu Konflikten mit der Klinikleitung und kostete ihn am Ende seinen Job. John Elliotson ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen, darunter Surgical Operations in the Mesmeric State without Pain (1843).

James Esdaile (1808-1859)

James Esdaille, ein schottischer Chirurg, leitete für die East India Company ein kleines Krankenhaus in Kalkutta, das damals noch zu Indien gehörte. Obwohl er den Mesmerismus bis daher nur aus Büchern kannte, führte er erste hypnotische Behandlungen durch, um seinen Patienten Schmerzen zu ersparen. Die Anästhesie mittels Chloroform gab es erst ab 1844. Nachdem er Elliotsons Buch gelesen hatte, führte er über tausend Operationen mit Hypnose als einzigem Anästhetikum durch. Mehr als 300 davon waren schwere Operationen, darunter 19 Amputationen. Bei seinen Operationen sank die Sterblichkeitsrate von 50 auf 5 Prozent. Über seine Arbeiten veröffentlichte er ein Buch „Mesmerism in India: And Its Practical Application in Surgery and Medicine“.

James Braid (1795-1860)

Nach Mesmer begann sich das Verständnis der Hypnose langsam von der „äusseren Kraft“ des Hypnotiseurs auf die „innere Kraft“ des Patienten zu verlagern. Der schottische Arzt und Chirurg James Braid, der in Manchester / England praktizierte, war einer der ersten, der den „magnetischen Schlaf“ mit inneren Prozessen des Patienten erklärte. James Braid, der mehrere Augenoperationen in Hypnose durchführte, war zuerst der Ansicht, dass es sich bei der Hypnose um eine Art Schlaf handelte. Daher bezeichnete er das Phänomen „Neurypnologie“ (=nervöser Schlaf) und später „Hypnose“, abgeleitet vom griechischen Gott des Schlafs, Hypnos. Kurz bevor er starb, änderte Braid seine Meinung und erklärte Hypnose als „Konzentration der Aufmerksamkeit und Erhöhung der Einbildungskraft“ und wollte die Bezeichnung „Hypnose“ durch „Monoideismus“ ersetzen. Was so viel heisst wie “Einengung des Bewusstseins auf eine einzige Vorstellung“. Aber es war bereits zu spät, da sich der Begriff „Hypnose“ bereits fest durchgesetzt hat.

Ambroise A. Liébault (1823-1904)

Liébault, ein bescheidener und armer Arzt, der in der Nähe von Nancy/Frankreich praktizierte, gilt oft als „Vater der modernen Hypnosetherapie“. Sein Interesse für Hypnose wurde durch das Buch „Neurypnology“ von James Braid geweckt. Er begann, neben funktionellen auch organische Störungen mit Hypnose zu behandeln. Um nicht als Scharlatan betitelt zu werden, verzichtete er bei Patienten, die sich mit Hypnose behandeln liessen, auf sein Honorar.

Hyppolyte Bernheim (1837-1919)

Im Jahre 1895 behandelte Hippolyte Bernheim, ein französischer Neurologe und Psychiater, einen Patienten erfolglos gegen Sciatica, eine Form von Neuralgie. Bernheim war zu dieser Zeit Professor am Medizinischen Institut in Nancy. Der Patient ging zu Liébault, liess sich hypnotisch behandeln und wurde sofort gesund. Bernheim, der eigentlich vorgehabt hatte, Liébault als Scharlatan zu überführen, war augenblicklich fasziniert von der Hypnose. Die beiden begannen, zusammen zu arbeiten und gründeten später die Hypnose-Schule von Nancy.

Die Schule von Nancy

Die Lehre der Schule von Nancy sah die hypnotische Trance nicht länger als Manifestation des Magnetismus, sondern als psychologisches Phänomen. Suggestionen galten für alle Menschen und nicht nur für hysterische Personen als anwendbar. Die Symptombeseitigung mittels Hypnose galt als harmlos. Die Schule von Nancy wurde später offiziell anerkannt, was zur Verbreitung der Hypnose als effizientes Therapie-Werkzeug beitrug.

Jean-Martin Charcot (1825-1893)

Jean-Martin Charcot war Inhaber des weltweit ersten Lehrstuhls für Krankheiten des Nervensystems in Paris und gilt als Mitbegründer der modernen Neurologie. Im Gegensatz zur Schule von Nancy war er der Überzeugung, dass nur hysterische Personen hypnotisierbar seien. Dabei fehlte ihm selbst jede praktische Erfahrung aus der Anwendung von Hypnose. Seine Schlussfolgerungen zog er aus der Beobachtung eines Bühnen- Hypnotiseurs. Die von ihm initiierte Schule von Salpétrière trug trotz dieser Fehleinschätzung zum steigenden wissenschaftlichen Interesse an der Hypnosetherapie bei.

Pierre Janet (1859-1947)

Pierre Marie Felix Janet beschäftigte sich als Professor für Philosophie mit psychiatrischen Studien. Sein Interesse an der Psychiatrie war so gross, dass er ein Medizinstudium aufnahm. Von seinem Lehrer Jean-Martin Charcot wurde er später zum Direktor der Psychiatrischen Klinik Salpétrière in Paris ernannt. Janet gilt als einer der Wegbereiter der modernen Psychotherapie. 1919 veröffentlichte er sein Buch Les Médications Psychologiques, eine systematische Abhandlung über die Psychotherapie.

Sigmund Freud (1856-1939)

Der Wiener Arzt Sigmund Freud gilt als Begründer der Psychoanalyse. Er war der erste, der sich wissenschaftlich mit dem menschlichen Unterbewusstsein befasste. Dabei war für ihn das Unterbewusstsein eine Ansammlung unterdrückter Sexual- und Todestriebe und damit weit vom Verständnis der modernen Hypnosetherapie entfernt. Freud hatte sich in seinen Anfängen intensiv mit Hypnose beschäftigt. So studierte er bei Jean-Martin Charcot und lernte die Schule von Nancy kennen. Hier übersetzte er sogar Bernheims Lehrbuch ins Deutsche. In den Anfängen seiner psychoanalytischen Behandlungen setzte er Hypnose zur Aufarbeitung traumatischer Kindheitserlebnisse ein. Später wandte er sich von der Hypnose ab und wandte nur noch die Technik der freien Assoziation an. Freuds übergrosser Einfluss in der Fachwelt liess die Hypnose damit zunächst in Vergessenheit geraten. Dabei hatte er sich nie offiziell von der Hypnose abgewandt. Vielmehr hält sich das Gerücht, dass es für ihn lohnender war, seinen reichen Wiener Patienten die langwierigeren und damit teureren Psychoanalyse-Sitzungen zu verkaufen.

James, Hull und Estabrooks

Erst die Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen während der beiden Weltkriege sowie für die Opfer des Koreakrieges führte zu einer Rückbesinnung auf die Hypnosetherapie. Diese Entwicklung ging vor allem von drei US-amerikanischen Psychologen aus:

  • William James (1842 – 1910) war Professor an der Harvard University
  • Clark Hull (1884 – 1952) war ein bekannter Psychologe. Sein Buch Hypnosis and Suggestibility gilt als Beginn der modernen Hypnoseforschung
  • George Estabrooks (1885 – 1973) war Leiter der Psychologischen Fakultät der Colgate University.

Milton Erickson (1901-1980)

Der US-amerikanische Psychiater und Psychotherapeut Milton Erickson ist wohl eine der bekanntesten Persönlichkeiten, die sich um die offizielle Anerkennung der Hypnosetherapie verdient gemacht haben. Er gilt als der bedeutendste Anwender und Lehrer der modernen Hypnose-Therapie. Im krassen Gegensatz zu Freud betrachtete er das Unterbewusstsein als eine unerschöpfliche Quelle der Selbstheilung. Seine Therapie war immer bestrebt, den Ansprüchen und Bedürfnissen des Individuums gerecht zu werden. Die permissive und die indirekte Suggestion über Metaphern sind die wichtigsten Merkmale seiner Therapie. Die Techniken von Milton Erickson funktionieren auch bei Menschen, die der Hypnose gegenüber sehr kritisch eingestellt sind, meist sehr gut. Ihm gelang es nur über das Geschichtenerzählen, dass seine Patienten in Trance gingen und die gewünschten Veränderungen und Heilungen eintraten.

Dave Elman (1900 – 1967)

Dave Elman, der keine medizinische Ausbildung besass, vertrat eine autoritäre Form der Hypnose-Einleitung und stand damit im Widerspruch zu Milton Erickson. Wichtig war für ihn, dass der Klient seine Anweisungen befolgte. Elman, der zunächst als Entertainer und Radiomoderator gearbeitet hatte, gelang es, zahlreiche Ärzte und Zahnärzte in Hypnose zu unterrichten. Ein Grund für seine Vorliebe für direkte Induktionstechniken und Schnellinduktionen war seine Überzeugung, dass Ärzte und Zahnärzte längere Hypnose- Einleitungen niemals praktisch anwenden würden.

Richard Bandler und John Grinder

Die beiden US-Amerikaner Richard Bandler und John Grinder entwickelten das Neurolinguistische Programmieren (NLP) in den frühen 70er Jahren als ein neues Verfahren zur Kurzzeit-Psychotherapie. Hierzu analysierten sie Sprache und Körpersprache von Milton Erickson sowie der Familientherapeutin Virginia Satir und des Verhaltenstherapeuten Fritz Perls. Ziel der Studie des damaligen Mathematik-Studenten Bandler und des Linguisten Grinder war, die Kommunikation der genannten Persönlichkeiten auf sprachliche und non-verbale Verhaltensmuster hin zu untersuchen. So sollten neue Kenntnisse über die Prinzipien erfolgreicher Kommunikation gewonnen werden.

 

 

 

 

 

0

Hier können Sie unsere Webseite durchsuchen